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Weiterführend: Notwendigkeit von Nachhaltigkeitsforschung

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Das Thema Nachhaltigkeit ist für die Zukunftsfähigkeit von Mensch und Umwelt von elementarer Wichtigkeit. Die zentrale Frage lautet, wie die Menschheit mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen des Erdsystems – lokal und global – so umgehen kann, dass nachkommende Generationen nicht nur keine Nachteile erleiden, sondern sich ihnen neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen – und dies in einer Weise, in der die ganze Erdbevölkerung teilhaben kann.

Klimawandel, Flüchtlingskrisen, zunehmende Ungleichheiten in und zwischen Gesellschaften sowie autoritär-nationalistische Bewegungen im Westen und anderen Teilen der Welt indizieren, dass eine solche Transformation zur Nachhaltigkeit gewaltige Herausforderungen impliziert.

Die 2015 von den United Nations und ihren Mitgliedsstaaten verabschiedete Agenda 2030 stellt hierfür ein Entwicklungsnarrativ dar – bestehend aus 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) mit dem übergeordneten Leitsatz „Leaving no one behind“. Jedoch steht die Erreichung jedes dieser Ziele vor vielfachen Herausforderungen.
 
Zum einen sind die SDGs als Ergebnis globaler Verhandlungen mit Lücken behaftet und bilden mit ihrem umfassenden Anspruch
nicht nur viele Synergien, sondern auch zahlreiche Zielkonflikte ab, die in die Forschung zu zukünftigen Entwicklungsoptionen
einbezogen werden müssen, aber eine Forschungsagenda ist in den SDGs nicht enthalten. Zum anderen befindet sich jede Entwicklungsagenda im Kontext von massiven global (aber regional sehr unterschiedlich) wirksamen Treibern des Wandels. Zu
den wichtigsten gehören technologische Umbrüche, sich verändernde Ordnungssysteme, aber auch sich im Wandel befindende gesellschaftliche Leitbilder, wobei diese drei Dimensionen nicht voneinander unabhängig sind. Im Zentrum unserer Forschungsagenda steht daher die Frage nach dem Spannungsverhältnis, den Chancen und den Risiken zwischen diesen globalen
Treibern und dem Ziel einer nachhaltigen, d.h. sowohl die planetaren Grenzen beachtenden als auch global inklusiven Entwicklung. Die SDGs mit der Agenda 2030 sind ein wichtiger Rahmen. Jedoch muss Nachhaltigkeitsforschung über 2030 hinaus konzipiert werden und darf die Agenda 2030 nicht als Dogma verstehen.
 
In Bonn sollen zukünftig eine nachhaltige und inklusive Zukunft der global vernetzten Weltgesellschaft wissenschaftlich vorgedacht und zugleich lokale organisatorische und technologische Nachhaltigkeitslösungen erarbeitet werden, die auch für Deutschland und Europa relevant sind.
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